Cannibal Island

 

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Die Sonne brannte sengendheiß vom Himmel. Der Sand glühte auf meiner Haut. Ich lag splitternackt auf meinem Bauch, die Beine ragten zur Hälfte in das lauwarme Wasser der türkisfarbenen Lagune.

Wie ich hierher kam ?

Im Moment wusste ich nichts mehr, mein Kopf war leer, nur mein Schädel brummte, wie nach einem gehörigen Saufgelage. Meine Zunge lag trocken und pelzig wie ein Fremdkörper in meinem Mund. Irgend etwas zwickte mich fortwährend in mein linkes Bein, etwa in Höhe des Oberschenkels. Ich schlug danach, bautz, hatte es mich auch in meinen Finger gebissen. Ich erhob mich mühsam und schaute an mir herunter. Zwei vorwitzige Krabben versuchten ungeschickt mich zu verspeisen. Gottseidank rutschten ihre Zangen immer wieder an meiner Haut ab. Doch aus kleinen Kratzern quollen schon einige Blutstropfen hervor, die die kleinen Biester immer angriffslustiger machten. Ich schüttelte sie ab und versuchte auf und ab zu gehen, um meine Blutzirkulation wieder in Gang zu bringen. Ich betrachtete mich noch einmal, kein Zweifel, splitternackt, kein Fetzen Kleidung am Körper. Na ja, es war sehr heiß, frieren brauchte ich nicht, und es war ja auch sonst kein Mensch da. Ganz einsam, von Gott verlassen auf einer menschenleeren Insel. Sie war doch hoffentlich leer. Ich nahm mal an, nun ja, es sah aus wie man sich so die Südsee vorstellte.

Und in der Südsee, auf einsamen Inseln, gab es ja wohl Eingeborene, und jeder Schriftsteller schilderte in den buntesten Farben, was da Flora und Fauna hergaben. Besonders eindringlich schilderten sie immer wieder die Eingeborenen dieser Inseln, die, wenn man den Berichten glauben schenken konnte, sich hauptsächlich mit der Jagd auf Schiffbrüchige beschäftigten und diese dann, zum Essen einluden, Hauptgericht Schiffbrüchiger, gegrillt, gesotten oder gekocht. Wie auch immer, wenn ich einer dieser Wilden wäre und würde einem wie mir über den Weg laufen, und wäre zufällig Kannibale, nun ja, ich muss gestehen, ich bin nicht besonders sportlich, habe dummerweise ein paar Kilo Übergewicht, besonders am Bauch und in der Taille, die Hüften sind auch etwas mit Speck versehen. Ich würde diesen Burschen einfangen und der Göttin der Jagd für die Wohltat danken.

Ich hockte mich überwältigt und verschreckt vor meiner wilden Phantasie erst einmal auf meine vier Buchstaben und überlegte.

Dann schaute ich mich um. Also, ich saß am Strand einer einsamen Insel, hinter mir eine grüne, recht dichte Wand aus Bäumen, Büschen und Unterholz. Ein Bach brach sich seinen Weg durch die grüne Wildnis. Das ist gut, verdursten werde ich also nicht und verhungern? Nach meinen vorherigen Betrachtungen wohl auch nicht so schnell. Vor mir, eine endlos erscheinende hellgrüne Wasserfläche, ein paar Schaumkronen darauf und fern am Horizont ganz schwach zu erkennen, wie an einer Perlenkette Inseln mit Palmen. Ich erhob mich wieder, streifte die Sandkörner von Beinen und Hinterteil und schlich mich in Richtung der grünen Wand.

Über dieser Wand erhob sich im Hintergrund, wie ich erst jetzt aus dieser Perspektive sah, ein zerklüfteter Bergkegel. Aus der Spitze quoll Rauch, offensichtlich ein aktiver Vulkan. Der Himmel war bis auf ein paar Schäfchenwolken, strahlend blau. Die Sonne hatte eine gewaltige Kraft. Jetzt merkte ich auch, dass ich mir einen Sonnenbrand eingefangen hatte. Die Stellen, von denen ich den Sand abgerieben hatte, Oberschenkel und Gesäß, fühlten sich ziemlich verbrannt an, aber auch der Rücken und die Schultern hatten einiges abbekommen. Da ich ja nackt war, musste ich mir Schatten suchen, also versuchen, den Dschungel zu durchdringen. Ich hielt mich nahe dem Bach und stiefelte vorsichtig, immer auf Wurzeln und Steine achtend langsam leicht bergauf.

 

 

 

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